zwischenzeilen - ein blog von lovework
03. August 2025
Wieso gerate ich immer wieder an die Falschen?
- Was wiederkehrende Beziehungsmuster dir sagen wollen

Es kommt keine Antwort. Wieder nicht.
Und obwohl du dir sagst, dass es nichts Großes ist, sitzt du da – mit diesem Knoten im Bauch.
Dein Kopf arbeitet. Wieder.
Hast du etwas Falsches gesagt? Warst du zu viel? Zu nah? Zu schnell?
Also schreibst du.
Behutsam. Verständlich.
Und wirst dabei ein kleines Stück leiser, als du dich eigentlich fühlen möchtest.
Tief in dir spürst du:
Das hier kennst du. Nicht nur von ihm.
Es ist nicht das erste Mal.
Die Gesichter wechseln – aber das Gefühl bleibt das gleiche.
Und irgendwann formt sich wieder diese leise, bohrende Frage:
„Warum gerate ich immer an die Falschen?“
Du gerätst nicht einfach an die Falschen.
Vielleicht wiederholst du etwas, das dein System für Nähe hält.
Oder du wählst – unbewusst – das, was dir vertraut ist.
Unser Nervensystem liebt Vertrautheit.
Bindungserfahrungen aus der Kindheit werden tief in uns verankert.
Sie prägen nicht nur, wie du über dich selbst denkst –
sondern auch, was sich wie „Liebe“ für uns anfühlt.
Das bedeutet auch:
Gesunde, verlässliche Nähe fühlt sich oft fremd an.
Zu ruhig. Zu sicher. Fast langweilig.
Stattdessen zieht dich etwas anderes an:
Unerreichbarkeit, emotionale Schwankung, das Gefühl, dich immer und immer wieder anstrengen zu müssen.
„Liebe muss man sich verdienen.“
Vielleicht hast du genau das einmal gelernt:
Dass du leisten, gefallen, dich beweisen musst, um geliebt zu werden.
Dass du dich zurücknehmen musst, um gehalten zu werden.
Dass du dich nie ganz zeigen darfst – weil es sonst „zu viel“ wird.
Und genau dieses Muster wiederholt sich heute –
aus Schutz und dem tief menschlichen Bedürfnis nach Bindung.
Dein System sucht nach dem, was es kennt.
Nicht nach dem, was dir heute wirklich guttut und gesund wäre - und das häufig ganz unbewusst.
Selbstcheck - Woran du dieses Beziehungsmuster häufig erkennen kannst:
- Du fühlst dich schnell verantwortlich für die Gefühle des anderen
- Du passt dich stark an, aus Angst, verlassen zu werden
- Du ziehst dich zurück, wenn es zu nah wird
- Du verwechselst Anziehung mit Drama oder Unsicherheit
- Du bist erst dann „beruhigt“, wenn du dich bewiesen hast. Immer und immer wieder.
Diese Verhaltensweisen sind alte und meist völlig unbewusste Überlebensstrategien.
Erlernt, verinnerlicht – und wiederholt, bis du beginnst, sie zu hinterfragen.
Wie du dich aus alten Mustern lösen kannst
Veränderung beginnt nicht mit Druck. Sondern mit einem Moment des Innehaltens.
Mit der Entscheidung, dir selbst zuzuhören. Ohne dich zu verurteilen.
Du musst nichts bekämpfen in dir. Du darfst hinschauen.
Ganz ruhig. Ganz ehrlich. Ganz bei dir.
Der innere Kritiker darf leiser werden.
Denn was du jetzt brauchst, ist nicht Strenge –
sondern ein liebevoller Blick auf das, was in dir wirkt.
Fragen, die dir dabei helfen können:
- Was kehrt emotional immer wieder in meinen Beziehungen zurück?
- Welche Rolle nehme ich (unbewusst) oft ein? -Die Kümmernde? Der Rückzieher? Die Verfügbare?..
- Wann spüre ich das Bedürfnis, mich zu beweisen? Oder mich kleiner zu machen, als ich bin?
Diese Fragen sind sind eine Einladung –
zu einer bewussteren, klareren und liebevolleren Beziehung zu dir selbst.
Dort beginnt Veränderung. Immer.
Du darfst heute neue Nähe lernen.
Deine Muster waren einmal klug.
Sie haben dich geschützt.
Aber du darfst heute prüfen, ob sie dir noch dienen und woher sie einst kamen.
Du darfst heute erleben, dass du dich nicht beweisen musst.
Dass du bleiben darfst, ohne dich zu verbiegen.
Dass du gesehen wirst, ohne dich ständig zu fragen, ob du genug bist.
Dass du vollkommen okay bist und in wundervollen und erfüllenden Beziehungen leben darfst.
Wenn du das Gefühl hast, tiefer schauen zu wollen –
und nicht mehr allein durch deine alten Schleifen gehen möchtest:
Ich begleite dich gern – für ehrliche Beziehung im Innen, wie im Außen.
Mit viel 🤍
hannah
